Die Flucht durch den Tunnel

Am 22. Januar 2015 besuchte Joachim Neumann die Quentin Blake Europe School.
Er ist ein Zeitzeuge, der spannende Geschichten aus der Zeit des Mauerbaus zu erzählen hat. Nach dem Mauerbau 1961 fasste Herr Neumann den Entschluss, in den Westteil Berlins zu flüchten. Er bekam von Studenten aus Westberlin einen Schweizer Pass mit einem Foto, das wegen der blonden Haare nicht zu ihm zu passen schien. Kurzerhand ließ er sich die Haare färben. Mit Schweizer Utensilien, wie z.B. Schweizer Kleingeld und ohne ein Wort mit den Grenzsoldaten zu wechseln (er sprach ja den Schweizer Dialekt nicht und wollte sich nicht verraten), gelang ihm die Flucht über den Bahnhof Friedrichstraße.

Ab 1962 schloss er sich einer Gruppe von Studenten an, die Tunnel vom Westteil zum Ostteil Berlins unter der Mauer gruben(er selbst studierte Bauingenieurwesen), auch um seiner Freundin die Flucht zu ermöglichen.

Der erste Tunnel war der Tunnel 24, durch den 24 Menschen die Flucht gelang. Durch Rohre wurde mit Hilfe eines Ventilators Luft in den fast 40m langen Tunnelgang gebracht. In diesen Tunnel drang letztendlich  Wasser ein. Spätere Tunnel lagen dann bis zu 9m unter der Erde.

Durch den Tunnel 57, von dem Keller einer verlassenen Backerei in der Bernauer Straße zu einem Hinterhof in der Strelitzer Straße 55, gelang  57 Menschen 1964 die Flucht, darunter auch seiner Freundin.

 

Der Zeitzeuge Joachim Neumann erzählt: 





zurück

Quentin Blake Illustrationen